• Caireen

Die gefärbte Kette wird ausgewaschen

Heute geht’s weiter ... (Wer den ersten Teil verpasst hat, kann hier gerne nachlesen.) Nachdem die Kette nun also gefärbt ist und die Farbe über Nacht Zeit hatte, gut in das Garn einzuwirken und durch die gleichbleibende passende Temperatur fixiert wurde, geht es heute - am nächsten Tag - nach dem Frühstück ans Auswaschen der Kette. Leider ist das nicht mit ein mal Wasser drüber kippen und auswaschen getan. Bis alle Farbe aus wirklich ausgewaschen ist, braucht es mehrere Durchgänge, in denen ich die Kette meist in der Badewanne oder zusätzlichen großen Bottichen mit Wasser etwas „ausbluten“ lasse. Stundenlang unter fließendem Wasser auswaschen wäre absolut undenkbar für mich und auch aus Umweltgründen überhaupt nicht sinnvoll.

Also wird gewaschen, ausgedrückt, gespült, neu eingelegt und ausbluten lassen und das ganze noch mal und nochmal und nochmal von neuem. Besonders am Anfang ist es wichtig mit kurzen Abständen und Wasseraustausch zu arbeiten, damit das Garn nicht einen Grauschleier vom Färbewasser bekommt. So vergehen schon einige Stunden mit Muskelkraft, bis das Wasser klar bleibt. Da die Ketten ja aus mehrere Strängen bestehen, läuft das Ganze im Wechsel bzw. Rotationsprinzip und es wird immer ein Strang ausgewaschen, während die anderen in großen Bottichen im Wasser warten. Nachdem der erste Teil mit den schnelleren Wechselphasen abgeschlossen ist, ist es auch dringend Zeit für das Mittagessen. Natürlich gibt es auch vorher immer mal wieder andere Unterbrechungen. Die Kinder haben ja ein Gespür dafür, genau in dem Moment wo ich kopfüber in der Badewanne hänge und versuche 15 Meter lange Garn Stränge zu bändigen, quer durchs ganze Haus mit voller Dringlichkeit „Maaaamaaaaa komm sofort“ zu rufen, weil was höchst wichtiges passiert ist oder gewünscht wird. Nach dem Mittagessen wird dann ausgewaschen und immer wieder neu eingelegt und gespült bis das Wasser klar bleibt.

Jetzt kann die Kette endlich gut ausgedrückt zum Trocknen aufgehängt werden. Am besten geht das natürlich, wenn es draußen noch schön warm ist und die Stränge durch die warme Luft im Schatten schnell trocknen können. Im Winter hängen sie dann meistens im Badezimmer über der Badewanne. Was durchaus auch schon zu einem empörten "MAMA im Badezimmer stinkt es soooooo" geführt hat, als ich dort ein paar Schussgarnstränge aus Seide hängen hatte. Anscheinend reagieren die Nasen meiner Kinder ebenso empfindlich auf den Geruch wie ich. Im nächsten Blog Beitrag erzähle ich euch dann welche Schritte nötig sind, um das Garn auf den Webstuhl zu bekommen.

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@2020  Caira Handwoven

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